Anerkennung fĂŒr Theater-Entwurf mit Peneder Bogendach

03.07.2023zur Übersicht

Diese Visualisierung zeigt den Theater-Entwurf von querkraft architekten, welcher beim europaweiten Wettbewerb mit einer Anerkennung honoriert wurde. © querkraft - expressiv

Das Wiener ArchitekturbĂŒro querkraft hat kĂŒrzlich am Architekturwettbewerb zur InterimsspielstĂ€tte der Staatstheater Stuttgart teilgenommen. 20 BeitrĂ€ge langten bei diesem europaweiten Wettbewerb ein. Der von querkraft architekten eingereichte Entwurf mit Peneder Bogendach als Dachlösung wurde erfreulicherweise mit einer Anerkennung gewĂŒrdigt. Wir haben den Projektleiter Dominik Bertl zum Interview gebeten und mit ihm ĂŒber die architektonischen Besonderheiten des Entwurfs gesprochen. 

Der Entwurf sieht transparente Dachschalen in Abwechslung mit Stahldachschalen vor. © querkraft - expressiv

Wie lauteten die Anforderungen des Auftraggebers?

In den kommenden Jahren werden die WĂŒrttembergischen Staatstheater Stuttgart saniert und erweitert. Aufgrund der voraussichtlich langen Bauzeit von acht bis zehn Jahren ist ein Interimsstandort notwendig, der einen vergleichbaren Repertoire-Betrieb fĂŒr Oper und Ballett auf höchstem Niveau ermöglicht. Die wesentlichen Baukörper der AusweichspielstĂ€tte sollen nach Beendigung der Nutzungsphase mit wenigen Umbauten in eine hybride Nutzung fĂŒr Gewerbe, Kreativwirtschaft und Kunst- und Kulturschaffende ĂŒberfĂŒhrt werden.

Wie gingen Sie mit Ihrem Entwurf auf diese Anforderungen ein?

Im Sinne der temporĂ€ren Nutzung haben wir das GebĂ€ude als „Plug-in Theater“ in modularer Elementbauweise konzipiert. Die rĂŒckbaubare SpielstĂ€tte zeichnet sich demnach durch einen hohen Vorfertigungsgrad und unkomplizierte Montage aus. Die einfache Trennbarkeit der einzelnen Schichten (Tragwerk, Bekleidung und HĂŒlle) war hier unser Fokus. Die vorgefertigten Peneder Bogenelemente, die sich durch Leichtigkeit, Wirtschaftlichkeit und Wiederverwendbarkeit auszeichnen, sind fĂŒr diesen Entwurf optimal geeignet.

© querkraft - expressiv

Welche architektonischen Besonderheiten sehen Sie im Entwurf?

Mit seiner schlichten und zugleich ikonischen Form unterstreicht der von uns entworfene Pavillon den Wunsch nach einem kulturellen Wahrzeichen und einer auffĂ€lligen PrĂ€senz. Die Konstruktion und Ästhetik des Kulturbaus verdeutlichen den temporĂ€ren, werkstatthaften Charakter. Wir konzipierten das GebĂ€ude als Forum, welches ein integraler Bestandteil des öffentlichen Raumes und Begegnungszone fĂŒr unterschiedliche Nutzergruppen ist. Es belebt den Wagenhallenplatz und öffnet sich mit einladender Geste zum Quartier. Um dies zu betonen, haben wir in unseren Entwurf einen „Kulturbalkon“ zum Aussenraum vorgesehen. Darunter verstehen wir ein sich vertikal entwickelndes Foyer, welches in den Zuschauersaal und den prĂ€gnanten Dachraum ĂŒberleitet. Mit den öffenbaren oberen Toren entsteht eine multifunktionale Plattform, die flexibel nutzbar ist fĂŒr kleinere Veranstaltungen sowie als attraktiver Pausenbereich zwischen den Vorstellungen.

Die imposante Unteransicht des Peneder Bogendachs. © querkraft - expressiv

Welche Rolle spielt der Bogen im Entwurf?

Die schalendachförmigen Peneder Bogenelemente verleihen dem GebĂ€ude eine prĂ€gnante Dachform, welche im Kontrast zu den ruhigen, grĂŒnen hybriden Bausteinen im Hintergrund steht. Wir fanden diese Form sehr spannend, da sie bei den Betrachtern verschiedenste Assoziationen an GewĂ€chshĂ€user, Scheunen, Speicher, Hangars, Kirchen, Schiffe oder Kraftwerke erweckt. Zugleich erzeugen die Dachschalen einen werkstatthaften Charakter. Die freitragenden, selbstaussteifenden Bogendachelemente zeichnen sich durch die einfache Montage (Aufbau/Abbau), Wirtschaftlichkeit, Materialersparnis, Leichtigkeit und eine gute Wiederverwendbarkeit aus. So ist auch die eingangs erwĂ€hnte RĂŒckbaubarkeit des Interimstheaters gegeben.

WeiterfĂŒhrende Links:
querkraft architekten

Kunstprojekt von querkraft architekten mit Peneder Bogendach