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DEUTSCH (AT)
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Smartes Industriegebäude

Fallbeispiel Pollmann in Vitis (N√Ė)

Wann ist ein Geb√§ude wirklich smart? Sp√§testens seit dem Boom von digitalen Sprachassistenten, die auf Zuruf unsere Lieblingsmusik spielen oder das Licht dimmen, wei√ü jedermann mit dem Begriff ‚ÄěSmart Home‚Äú etwas anzufangen. Das Prinzip ist folgendes: Auf Basis vernetzter Technologien und automatisierter Abl√§ufe werden eine effiziente Energienutzung, Erh√∂hung der Aufenthaltsqualit√§t und maximaler Komfort erreicht.

√Ąhnliches gilt f√ľr smarte Industriegeb√§ude. Die Prozesse sind jedoch komplexer als im privaten Wohnraum, weshalb es einer sehr umfangreichen Planung bedarf, wie das k√ľrzlich fertiggestellte Betriebsgeb√§ude des Unternehmens Pollmann veranschaulicht. Der mithilfe eines digitalen Zwillings geplante und umgesetzte Industriebau zeichnet sich durch automatisierte und reibungslose Abl√§ufe sowie durch Geb√§udeautomation, Energieeffizienz und Erweiterbarkeit aus.

Doch alles sch√∂n der Reihe nach. Das Projekt begann 2018 mit dem Bedarf des Automobil-Zulieferers Pollmann nach einem weiteren Produktionsstandort. Das Familienunternehmen Pollmann ist spezialisiert auf die Produktion von mechatronischen Baugruppen in hoher St√ľckzahl und Weltmarktf√ľhrer bei Schiebedach-Kinematiken und elektromechanischen T√ľrschl√∂ssern. Mit einem Exportanteil von nahezu 100 Prozent stie√ü das Stammwerk in Karlsstein bereits an seine Kapazit√§tsgrenzen. Folglich beauftragte Pollmann den Spezialisten f√ľr Industrie- und Gewerbebau Peneder im April 2018 mit der Planung und Umsetzung einer neuen Produktionsst√§tte im nieder√∂sterreichischen Vitis.

Digitales Modell zur Gebäudeoptimierung

Unter der Federf√ľhrung von Peneder, STIWA und Beckhoff entstand w√§hrend der Planungsphase ein digitaler Zwilling des neuen Produktionsgeb√§udes, der das Geplante mittels Virtual-Reality-Brille begreifbar machte und bereits beim Spatenstich im Mai 2018 ‚Äělive‚Äú zu erkunden war.

Mithilfe der Arbeitsmethode des Building Information Modeling (BIM) wurden die Teilmodelle der unterschiedlichen Disziplinen wie Architektur, Logistik, Haus- und Elektrotechnik, Automation und Facility Management in diesem zentralen 3D-Modell zusammengef√ľhrt.

Dank der Gewerke-√ľbergreifenden Koordination mittels BIM konnte eine enorm kurze Bauzeit erzielt werden. Die Teilpl√§ne der Fachplaner und ausf√ľhrenden Gewerke wurden bereits in der Planungsphase aufeinander abgestimmt. Bauteil-Kollisionen konnten so von vornherein vermieden und die Leitungs- und Trassenf√ľhrung optimiert werden. So lagen zwischen dem Spatenstich und dem Produktionsstart im neuen Werk nur 12 Monate Bauzeit.

Auch im Gebäudebetrieb profitiert Pollmann vom BIM-Modell, wie der Facility Management Leiter des neuen Pollmann-Betriebsstandortes, Dipl.-Ing. Rainer Hobiger, präzisiert:

‚ÄěDas Geb√§udemodell unterst√ľtzt uns auch in der Betriebsf√ľhrung, da wir die darin enthaltenen Daten direkt in die Bestandspl√§ne √ľbernehmen konnten. Die √úbertragung der Infrastrukturverzeichnisse, Raumdaten und Anlagen in unsere Facility Management Software vereinfacht die Koordination der Pr√ľfpflichten wie Abnahmepr√ľfungen und Auflagenerf√ľllungen.‚Äú

Prozessoptimiert und Automatisiert

Effizienz durch Logistikachse

Eine zentrale Logistikdrehscheibe zwischen Produktions-, Lager- und Verladetrakt stellt direkte und kurze Wege sowie effiziente Material-, Energie- und Personenströme sicher.

‚ÄěDie Industriebau-Spezialisten haben die Idee eingebracht, f√ľr einen mittig platzierten Infrastruktur-Kanal zu sorgen, von dem links und rechts die Achsen zu den einzelnen Verbrauchern wegf√ľhren. Das war f√ľr mich neu, so etwas hatte ich zuvor noch nicht gesehen

lobt Robert Pollmann, Gesch√§ftsf√ľhrender Gesellschafter der Pollmann International GmbH, die vorausschauende Herangehensweise von Peneder.

 

Automatisiertes Hochregallager

Auf Empfehlung des Planungsteams entschied sich das Unternehmen Pollmann f√ľr ein vollautomatisiertes Hochregallager, das zur Lagerung von Rohwaren und Fertigteilen dient und f√ľr bis zu 8.000 Paletten-Stellpl√§tze ausgelegt ist. Die Vorteile liegen auf der Hand: Fl√§cheneffizienz, schneller und direkter Warenzugriff sowie Prozesssicherheit werden so gew√§hrleistet.

 

Fahrerlose Transportsysteme

Die Materialversorgung der Produktion wird zuk√ľnftig mit fahrerlosen Transportsystemen (FTS) erfolgen. Den Einsatz der FTS hat Peneder bereits in der Konzeptionsphase ber√ľcksichtigt, indem die Maschinenaufstellung, Hallendimensionierung und Fahrwege FTS-tauglich geplant wurden.

 

Vernetzte und bedarfsorientierte Gebäudeautomation

Die bereichs√ľbergreifende Geb√§udeautomation garantiert die Steuerung, Regelung und √úberwachung der geb√§udetechnischen Anlagen sowie die Erfassung von Betriebsdaten. Diese k√∂nnen stets in Echtzeit √ľber ein ‚ÄěOnline Werkscockpit‚Äú abgerufen werden. So ist eine einfache Bedienung und Beobachtung der Prozesse m√∂glich.

Die Geb√§udeautomation vernetzt die Fertigung mit der Geb√§ude- und Energieversorgung und h√§lt dadurch die Energiekosten gering. So stellt die bedarfsorientierte L√ľftung sicher, dass nur jene Luftmenge in die Halle eingeblasen wird, welche aufgrund der momentan aktiven Maschinen notwendig ist.

Zukunftsweisendes Energiekonzept

Dar√ľber hinaus sorgt ein speziell f√ľr Pollmann ausgearbeitetes Ma√ünahmenpaket f√ľr geringen Energieverbrauch.

Dieses beinhaltet zum einen Abw√§rmenutzung aus den Spritzgussanlagen, wie auch W√§rme- und Energier√ľckgewinnung und eine energieeffiziente Solararchitektur. Darunter versteht man die konsequente Nord-S√ľd-Ausrichtung des Geb√§udes zur Reduktion der solaren Eintr√§ge und des K√ľhlenergiebedarfs.

Das gesamte Betriebsgeb√§ude wird mit energiesparendem Niedertemperatursystem temperiert. Au√üerdem kommen eine effiziente Quelll√ľftung im Produktionsbereich und eine Free Cooling L√∂sung f√ľr die Werkzeugk√ľhlung zum Einsatz. Ein Energiemonitoring System erh√∂ht die Effizienz des Betriebsgeb√§udes und der Maschinen mittels regelm√§√üiger Energieverbrauchserfassung.

Einfach & flexibel erweiterbar

Der in der Planungsphase erarbeitete Masterplan wurde so ausgelegt, dass sich das Betriebsgeb√§ude schnell und einfach auf insgesamt bis zu f√ľnf Hallen ausdehnen l√§sst. ‚ÄěDa alle Versorgungsleitungen sowie Personen- und Warenstr√∂me in einer zentralen Logistikachse zusammenlaufen, reicht es, diese Magistrale entsprechend zu verl√§ngern, um die n√§chste Ausbaustufe einzuleiten. Die Magistrale stellt zudem sicher, dass in allen Erweiterungs-Szenarien die Prozessqualit√§t gesichert ist‚Äú, erkl√§rt Peneder-Architekt DI Harald Setka.

Auf die Frage hin, welche Faktoren das Produktionsgeb√§ude smart machen, res√ľmiert Pollmann-Gesch√§ftsf√ľhrer DI (FH) Herbert Auer:

‚ÄěWesentlich war das vorausschauende und intelligente Handeln der Menschen, die bei der Planung und Umsetzung beteiligt waren. Bereits in der fr√ľhen Planungsphase wurde von den Personen- und Warenstr√∂men √ľber die Vernetzung der technischen Ausstattung und Geb√§udeautomation bis hin zu m√∂glichen Ausbauszenarien, alles mitbedacht.

Dieser strukturierte Zugang bew√§hrt sich f√ľr uns tagt√§glich, denn der Neubau unterst√ľtzt uns mit automatisierten Abl√§ufen, Prozesssicherheit und Energieeffizienz optimal beim Erreichen unserer Ziele.‚Äú

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