Smarte GebÀudetechnik: Fallbeispiel Gaplast

12.01.2018zur Übersicht

Ein BetriebsgebĂ€ude, das mitdenkt und die Umgebungsbedingungen sowie Energieströme exakt auf die aktuellen BedĂŒrfnisse der Produktion abstimmt? Das hört sich nach Zukunftsmusik an? Das von Peneder Industrie- und Gewerbebau realisierte BetriebsgebĂ€ude der Gaplast GmbH in Peiting zeigt vor, wie das geht.

 

Das Unternehmen Gaplast stellt Verpackungen und Applikationen aus Kunststoff fĂŒr Pharmazie-, Kosmetikprodukte und medizinische Anwendungen her. Auf Basis einer genauen Analyse der Produktionsprozesse entstand ein Vorzeigebau fĂŒr die Kunststoffindustrie mit smarter GebĂ€udetechnik.

 

Energieeinsparung bei gleichzeitiger ProduktivitÀtssteigerung

Ein Leitstand mit integrierter MES-FunktionalitĂ€t (Manufacturing Execution System) ermöglicht die enge Verzahnung zwischen Produktionsprozess und GebĂ€udetechnik. So werden HallenkĂŒhlung, -heizung, WerkzeugkĂŒhlung und LĂŒftung sowie Energieströme exakt auf die aktuellen BedĂŒrfnisse der Produktion abgestimmt.

Produzieren die Maschinen zu viel AbwĂ€rme, regelt die LĂŒftungstechnik nach. Ist die Aussenluft zu kalt oder zu warm, besteht die Möglichkeit, die Zuluft zu erwĂ€rmen oder zu kĂŒhlen. Zudem funktioniert die WerkzeugkĂŒhlung automatisch: Diese ist im Spritzguss notwendig, um qualitativ hochwertige Kunststoffteile mit höchster Formgenauigkeit und möglichst kurzen Zykluszeiten zu fertigen.

Je prĂ€ziser die WerkzeugkĂŒhlung auf den Produktionsprozess abgestimmt ist, umso kĂŒrzer die Zykluszeiten und desto höher die MaschinenfĂ€higkeit. Damit ermöglicht die smarte GebĂ€udetechnik bei Gaplast nicht nur eine enorme Energieeinsparung, sondern gleichzeitig auch eine erhebliche ProduktivitĂ€tssteigerung. Zudem trĂ€gt sie massgeblich zu einer hohen ProzessstabilitĂ€t bei.

Rundum intelligent gebaut

Nicht nur die innovative GebĂ€udetechnik, sondern auch die optimale solararchitektonische Ausrichtung und thermische Isolierung des Industriebaus helfen Betriebskosten zu sparen. Peneder Architekt DI Ivo Kux erklĂ€rt: „Durch die Nord-Ausrichtung des Gaplast-BetriebsgebĂ€udes und die optimale Grösse und Anordnung der Fenster wird eine solare ErwĂ€rmung im Produktionsbereich erfolgreich verhindert und gleichzeitig das Tageslicht bestmöglich ausgenutzt. Die Dichtheit und das LĂŒftungskonzept der vorgehĂ€ngten hinterlĂŒfteten Fassade entsprechen dem Standard eines Passivhauses.“

Ausserdem wurden grosse Energieeinsparungen mit der Umsetzung einer innovativen Reinraumlösung fĂŒr die Produktion erzielt. Anstatt die gesamte Produktionshalle als Reinraum zu bauen, entwickelte das Peneder-Expertenteam bei Gaplast das Konzept der „AirShowerBox“.

Dieser auf die unmittelbare Produktumgebung konzentrierte, partielle Reinraum schĂŒtzt und kĂŒhlt das Produkt sofort nach dem Werkzeugauswurf bis zur Verpackung und weist einen minimalen Energiebedarf im Vergleich zu konventionellen Reinraumlösungen auf. Die innovative Lösung wird als beispielgebend fĂŒr die Spritzgussindustrie angesehen.

Energiemonitoring zur kontinuierlichen Verbesserung

Das BetriebsgebĂ€ude verfĂŒgt ĂŒber ein massgeschneidertes Energiemonitoringsystem (EMS), das die wesentlichen EnergieverbrĂ€uche laufend misst und darstellt. Bereits im ersten Betriebsjahr konnte eine Energiekosten-Einsparung von cirka 30 Prozent nachgewiesen werden. Damit hat das BetriebsgebĂ€ude die ursprĂŒnglich gestellte Prognose einer Energieeinsparung von 25 Prozent sogar ĂŒbertroffen.

Mag. Christian Peneder, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Peneder Bau-Elemente GmbH, erklĂ€rt den Nutzen des Energiemonitiorings:

„Mit der stets aktuellen Überwachung der Betriebsdaten und Energiekosten ermöglichen wir einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess – sowohl hinsichtlich der Kosten als auch QualitĂ€t. So können in Zukunft weitere Optimierungspotenziale sichergestellt werden.“

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