Erema errichtet neues R&D-Zentrum mit Peneder

11.04.2022zur Übersicht

Am EREMA Standort in Ansfelden rollen erneut die Baumaschinen an. Mit einem Spatenstich wurden am 6. April 2022 die Bauarbeiten fĂŒr ein neues R&D-Zentrum gestartet. Errichtet werden zwei Hallen im Ausmass von insgesamt 1.550 Quadratmetern sowie ein neues BĂŒrogebĂ€ude mit 50 ArbeitsplĂ€tzen. Im R&D-Zentrum wird der abteilungs- und unternehmensĂŒbergreifende Versuchsmaschinen- und Laborbereich fĂŒr Forschung und Entwicklung von Kunststoffrecycling-Technologien gebĂŒndelt, um die Kreislaufwirtschaft weiter voranzutreiben. Die Fertigstellung ist fĂŒr Februar 2023 geplant.

Pressemitteilung, Ansfelden, 6. April 2022 - Kunststoffrecycling entwickelt sich aktuell ganz rasant von einer Nische zum Trend. Dieser wird angetrieben durch die gesetzliche Zielvorgaben fĂŒr Kunststoffrecycling, welche die EuropĂ€ische Union und viele LĂ€nder weltweit erlassen haben, sowie durch den European Green Deal, der Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent machen soll und in dem der Kreislaufwirtschaft eine ganz zentrale Rolle zukommt.

Fokus auf höchstmöglicher Regranulat-QualitÀt

Allerdings gibt es nicht die eine Recycling-Lösung fĂŒr alle Arten von KunststoffabfĂ€llen, sondern je nach Kunststoffart, Produkt und geplanter Endanwendung fĂŒr den recycelten Kunststoff unterschiedliche Lösungen. „Es macht einen Unterschied, ob saubere ProduktionsabfĂ€lle recycelt werden, um sie in den Produktionsprozess rĂŒckzufĂŒhren, oder ob bedruckte und verschmutzte Verpackungsmaterialen aus dem Gelben Sack recycelt werden, mit dem Ziel, daraus erneut Lebensmittelverpackungen zu produzieren“, erklĂ€rt Markus Huber-Lindinger, Managing Director EREMA Recycling Maschinen und Anlagen GesmbH. WĂ€hrend einige KunststoffkreislĂ€ufe wie beispielsweise jener fĂŒr PET-Flaschen bereits geschlossen werden konnten, ist bei vielen anderen in Zusammenarbeit mit allen Akteuren der Wertschöpfungskette noch einiges an Forschungs- und Entwicklungsarbeit nötig, um aus KunststoffabfĂ€llen Regranulat zu produzieren, das fĂŒr die Produktion neuer Endprodukte den allerhöchsten AnsprĂŒchen entspricht. DafĂŒr wird im neuen R&D-Zentrum mehr Platz zur VerfĂŒgung stehen.

R&D ist bei EREMA dezentral organisiert. In den vergangenen Jahren wurden jĂ€hrlich ca. fĂŒnf Prozent des erwirtschafteten Umsatzes dafĂŒr aufgewendet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen befassen sich mit verfahrenstechnischen Fragestellungen, mit Innovationen im Maschinenbau und in der Automatisierungstechnik und mit speziellen Technologien im Hinblick auf eine weitere QualitĂ€tssteigerung des Regranulats. Im Fokus stehen auch neue Recyclingtechnologien fĂŒr jene KunststoffabfĂ€lle fĂŒr die es derzeit noch keine zufriedenstellende Lösung im Sinne der Kreislaufwirtschaft gibt. Entscheidend ist dabei, auch das Potenzial der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Durch die Erhebung und Analyse von Maschinendaten können nicht nur Recyclingprozesse und ProduktqualitĂ€t weiter verbessert, sondern auch das digitale Dienstleistungsangebot fĂŒr die Kunden weiterentwickelt werden. Solche Angebote sind beispielsweise kundenindividuelle Infotools mit Anlagen- und Prozessdaten, vorausschauende Wartung oder Online Support und Inbetriebnahmen via Fernzugriff.

Maschinenpark im R&D-Zentrum fĂŒr Materialtests

FĂŒr Materialtests, die fĂŒr die Forschungs- und Entwicklungsarbeit nötig sind, wird nach der Fertigstellung des neuen R&D-Zentrums ein erweiterter Maschinenpark zur VerfĂŒgung stehen, mit dem sich der gesamte Recyclingprozess darstellen lĂ€sst, inklusive vor- und nachgelagerter Prozesse wie Zerkleinerung und Weiterverarbeitung des Regranulats. Begleitet werden die Materialtests durch Detailanalysen im professionell ausgestatteten Kunststoffanalyselabor, das ebenfalls in die neuen RĂ€umlichkeiten ĂŒbersiedelt und teilweise neu mit modernstem Equipment ausgestattet wird.

„Mit dem neuen R&D-Zentrum schaffen wir die Voraussetzung fĂŒr weitere wichtige Kunststoffrecycling-Meilensteine aus dem Hause EREMA. Uns zeichnet seit jeher unsere Innovationskraft aus, was 115 Patentfamilien mit mehr als 1.000 Patenten belegen. Und diese Vorreiterrolle werden wir auch weiterhin einnehmen“, so Markus Huber-Lindinger. In punkto Zusammenarbeit innerhalb der Branche kommt EREMA und allen Beteiligten das in OÖ so geballt vorhandene Kunststoff Know-how aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie die UnterstĂŒtzung durch das Land OÖ im Zuge der oberösterreichischen Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 zugute.

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner: „Oberösterreich bildet mit seinen innovativen Unternehmen und Forschungszentren die geballte Kunststoffkompetenz ab. Wo wenn nicht hier können wir den Beweis fĂŒr nachhaltige Lösungen antreten. Speziell beim Kunststoff schaffen wir so nicht nur eine lebenswerte Umwelt daheim, sondern durch innovative Technologien auch eine Exportchance fĂŒr unsere Unternehmen. EREMA gehört zu jenen TechnologiefĂŒhrern der Kunststoffbranche, die mit ihren Produkten am Weltmarkt erfolgreich sind. Die Basis dafĂŒr wird mit einer intensiven Forschungs- und Entwicklungsarbeit geschaffen. Ich gratuliere daher dem Unternehmen zu diesem Schritt, ein neues R&D-Zentrum zu bauen. Damit wird die Wirtschafts- und Forschungsstandort gestĂ€rkt und es entstehen attraktive ArbeitsplĂ€tze.“

Im Bild von links: Michael Aigner (Head of Process Engineering EREMA GmbH), Gerald Aschauer (Head of Production Quality & Operations Planning EREMA GmbH), Markus Huber-Lindinger (Managing Director EREMA GmbH), OÖ Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Manfred Hackl (CEO EREMA Group GmbH), Bgm. Christian Partol, Alfred Hollerweger (Vertriebsprokurist Peneder) und Ivo Kux, Team Architektur Peneder.

LangjÀhrige Zusammenarbeit mit PENEDER

Im ausfĂŒhrenden Unternehmen PENEDER freut man sich ĂŒber die langjĂ€hrige Zusammenarbeit mit EREMA: „Seit 2006 begleiten wir EREMA bei Bauvorhaben. Damals wurde ein Masterplan fĂŒr mögliche Erweiterungsszenarien am Standort Ansfelden erarbeitet, der immer noch gĂŒltig ist. Mit dem R&D-Zentrum wird nun die letzte BaulĂŒcke am Bestandsareal in Ansfelden geschlossen“, so Alfred Hollerweger, Vertriebsprokurist fĂŒr Industrie- und Gewerbebau bei Peneder.

„Wie notwendig es ist, in die Kreislaufwirtschaft und damit auch in das Kunststoffrecycling zu investieren, zeigen uns die aktuellen Krisen auf, die uns noch lĂ€nger begleiten werden“, ergĂ€nzt Manfred Hackl: „Sowohl Corona als auch die dramatische Entwicklung in der Ukraine haben uns die Folgen der RessourcenabhĂ€ngigkeit der EU sehr deutlich vor Augen gefĂŒhrt. Unsere Mission - Another Life for Plastic. Because we care - ist heute aktueller denn je.“