Betriebsoptimierung durch Energiemonitoring-Systeme

02.02.2018zur Übersicht

60 bis 80 Prozent der GebĂ€udekosten entstehen erst nach der Errichtung – bei der GebĂ€udenutzung. Genau hier gilt es anzusetzen: Der Energieverbrauch des GebĂ€udebetriebs muss unter Beibehaltung bestmöglicher ProduktqualitĂ€t und Raumbedingungen so gering wie möglich gehalten werden. Ein smartes Werkzeug zur Steigerung der Energieeffizienz in Betrieben ist das Energiemonitoring. Darunter versteht man die Erfassung, Kontrolle und Steuerung der EnergieverbrĂ€uche und -kosten mit dem Ziel, die Effizienz von GebĂ€uden und Maschinen zu erhöhen.

Beim Energiemonitoring werden mittels im GebĂ€ude verteilter Messstationen wichtige Livedaten des Objekts bzw. der Anlagen erhoben und diese Informationen automatisch zur Datenverarbeitung weitertransferiert. Die Auswertung erfolgt nach Verbrauchergruppen wie z.B. BĂŒro, Produktion oder Lager. Durch Monitoring des Verbrauchs und der Lastspitzen der wichtigsten EnergietrĂ€ger können Unternehmen in vielerlei Hinsicht profitieren:

 

  1. Nachhaltige Senkung der Betriebs- und Wartungskosten
  2. Kennzahlen zur ProduktivitÀtssteigerung
  3. QualitÀtssicherung durch optimale Produktionsbedingungen
  4. Leistungsförderndes Raumklima
  5. Datenbasis fĂŒr Energieaudits und betriebliches Energiemanagement 
  6. Grundlage fĂŒr strukturierte Energiebeschaffung

1. Nachhaltige Senkung der Betriebs- und Wartungskosten

Durch Erfassen des Verbrauchs und der Lastspitzen fĂŒr GebĂ€udebetrieb und Produktion können Einsparpotenziale sichtbar gemacht werden. In weiterer Folge lassen sich Betriebskostenoptimierungen fĂŒr das Unternehmen realisieren, z.B. durch:

  • Anpassungen im Nutzerverhalten
  • Anpassungen im Anlagenbetrieb
  • Investitionen in effizienzsteigernde Technologien

Werden beispielsweise hohe VerbrĂ€uche bei den im BĂŒro eingesetzten elektronischen GerĂ€ten oder im Bereich der Beleuchtung aufgezeigt, so lassen sich durch entsprechende Maßnahmen, wie das Abschalten der Monitore in Pausen bis hin zum Umstieg auf LED-Leuchtmittel, Ersparnisse erzielen.

Auf Basis der Messdaten können zudem die Wartungskosten mittels vorausschauender Instandhaltung reduziert werden. Wird der Wartungszeitpunkt fĂŒr Maschinen und Anlagen möglichst vor Eintritt eines schadensbedingten Anlagenzustandes bzw. eines Anlagenausfalls eingeplant, so können die Instandhaltungskosten gering gehalten und die ProduktivitĂ€t sowie FertigungsqualitĂ€t gesteigert werden.

2. Kennzahlen zur ProduktivitÀtssteigerung

Professionelles Energiemonitoring ermöglicht aufschlussreiche Korrelationsanalysen und liefert dem Management Kennzahlen zur ProduktivitĂ€t des Unternehmens. Dazu wird der Energieverbrauch mit relevanten BezugsgrĂ¶ĂŸen wie dem Output in Zusammenhang gebracht.

So enthalten Kennzahlen wie der Energieverbrauch pro produzierte Einheit oder pro verarbeitete Tonne wesentliche Informationen, die als Grundlage fĂŒr Prozessoptimierungen und Effizienzsteigerungen dienen.


3. QualitÀtssicherung durch optimale Produktionsbedingungen

Unternehmen, die Energiemonitoring anwenden, können ihre spezifischen Produktionsbedingungen durch kontinuierliche Messung mĂŒhelos ĂŒberwachen und regulieren. Eine Alarmmeldung bei Über- oder Unterschreitung von Grenzwerten ermöglicht im Bedarfsfall rasches Eingreifen. Ebenso können eventuelle MĂ€ngel an den technischen Systemen umgehend aufgezeigt und beseitigt werden.

4. Leistungsförderndes Raumklima

Das Messen von Raumklimadaten wie Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit, CO2– und Schadstoffkonzentration ist eine wesentliche Basis fĂŒr die Schaffung und Erhaltung eines optimalen Raumklimas. Eine auf die BedĂŒrfnisse der Nutzer abgestimmte Umgebung erhöht nicht nur das Mitarbeiterwohlbefinden, sondern wirkt auch leistungssteigernd.

5. Datenbasis fĂŒr Energieaudits und betriebliches Energiemanagement

Seit Anfang 2015, mit Inkrafttreten des Bundes-Energieeffizienzgesetzes in Österreich, sind Großunternehmen zur vierjĂ€hrigen DurchfĂŒhrung von externen Energieaudits bzw. alternativ zur EinfĂŒhrung eines zertifizierten Energiemanagementsystems verpflichtet.

Energiemonitoring bildet die optimale technische Grundlage fĂŒr ein betriebliches Energiemanagement (gemĂ€ĂŸ EEffG) und erleichtert bzw. beschleunigt die DurchfĂŒhrung von Energieaudits.

6. Grundlage fĂŒr strukturierte Energiebeschaffung

In Produktionsbetrieben können unerwĂŒnschte Lastspitzen auftreten, die hohe Energiekosten nach sich ziehen. „Mittels EMS werden energieintensive Prozesse und Verbraucher identifiziert und im zeitlichen Verlauf Anpassungen vorgenommen, um Lastspitzen zu reduzieren“, erlĂ€utert DI Markus Brychta, Energie- und Prozessmanager bei Peneder Industrie- und Gewerbebau.

Zudem ermöglicht EMS, den Energiebedarf in den mit den Lieferanten ausverhandelten VertrÀgen exakt auf das vorliegende Energieprofil abzustimmen, wodurch sich Kosten einsparen lassen.

Fazit

Die mittels Energiemonitoring erhobenen Daten sind eine essenzielle Informationsbasis, um Maßnahmen fĂŒr mehr Energieeffizienz und ProduktivitĂ€t zu setzen. Damit leistet Energiemonitoring einen entscheidenden Beitrag zu einer wirtschaftlichen und energieoptimierten BetriebsfĂŒhrung sowie zu einem nachhaltigeren Umgang mit den Umweltressourcen.