Energieeffiziente Bürogebäude: Peneder Basis

23.02.2018zur Übersicht

Was zeichnet ein energieeffizientes Bürogebäude aus? Die im Jahr 2010 erbaute Unternehmenszentrale der Unternehmensgruppe Peneder – auch „Peneder Basis“ genannt – erfüllt nicht nur hohe architektonische und funktionale Ansprüche, sondern ist darüber hinaus ein mustergültiger Industrie- und Gewerbebau in punkto Energieeffizienz und Ressourcenschonung.

Peneder Basis in Atzbach

Energieeffizientes Heizen und Kühlen

Die Kühlung und Beheizung der Büroräume erfolgt mittels Bauteilaktivierung. Dieses System zeichnet sich durch Wirtschaftlichkeit, hohen thermischen Komfort und Energieeffizienz aus. Rohrleitungen, die beim Bau in die Massivdecken eingezogen wurden, transportieren Wasser als Heiz- oder Kühlmedium. Als Wärmequelle dient eine Hackschnitzelanlage, während eine Absorptionskälteanlage für die Kühlung des Mediums verwendet wird.

Aufgrund der großen wärmeabgebenden bzw. wärmeaufnehmenden Flächen ist es ausreichend, das Heiz- oder Kühlmedium auf moderate Vorlauftemperaturen zu erwärmen bzw. zu kühlen, wodurch der Energiebedarf gering ist: So wird beispielsweise das Wasser zum Heizen im Durchschnitt auf nur 25°C erwärmt. Hier kann man von einer vergleichsweise niedrigen Vorlauftemperatur sprechen (=Niedertemperaturheizung). Bei anderen Heizsystemen beträgt die Vorlauftemperatur je nach Heizsystem, Außentemperatur und Qualität der Wärmedämmung zwischen 30°C und 60°C; bei früheren Heizungsanlagen waren sogar Temperaturen von circa 90°C keine Seltenheit.

Die Peneder Basis verfügt über ein auf Biomasse basierendes Heiz- und Kühlsystem: Als Wärmequelle dient eine Hackschnitzelanlage (links), während eine Absorptionskälteanlage (rechtes Bild) für die Kühlung des Wassers verwendet wird. Hackschnitzel sind nicht nur kostengünstiger, sondern auch zukunftsfähiger als fossile Brennstoffe. Während die zukünftigen Entwicklungen der Öl- und Gaspreise schwer abschätzbar sind, konnte sich der Holzpreis über Jahre stabil halten.

Optimales Raumklima

Das Heizen und Kühlen mittels Bauteilaktivierung sorgt für ideale Bedingungen in den Büroräumlichkeiten: Da die aktivierten Bauteile über ihre gesamte Fläche Wärme aufnehmen oder abgeben, entsteht ein angenehmes Raumklima ohne Zugluft. Außerdem erfolgt die Temperierung der Räume – im Gegensatz zu herkömmlichen Heiz- oder Kühlsystemen – völlig lautlos.

Unterflurkonvektoren kompensieren einen eventuellen Kälteeinfall an den verglasten Wänden und verhindern somit wirkungsvoll das Eindringen der Kälte in den Raum. Die kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Möglichkeit zur Be- und Entfeuchtung sorgt zudem für eine optimale Luftqualität.Dank Wärmerückgewinnung arbeitet die Lüftungsanlage außerdem höchst energieeffizient: Bevor die Frischluft ins Gebäude gelangt, wird sie über einen Platten-Wärmetauscher geleitet. Dort wird sie mit der in der Heizperiode warmen Raum-Abluft gekreuzt, wodurch Wärmeenergie aus der Abluft auf die Zuluft übertragen wird. Dies funktioniert auch vice-versa an heißen Tagen indem die Frischluft durch die kühlere Abluft vorgekühlt wird.

Nutzung von Abwärme und regionalen Rohstoffen

Zur Warmwasserbereitung wird Abwärme aus der Gastrokühlung, d.h. aus Kühlhäusern und -schränken, des Restaurants Charles' & Frank's verwendet, welches in der Peneder Basis angesiedelt ist. Auch die Restwärme der Gebäudeheizung wird zur Vortrocknung der Hackschnitzel genutzt, um deren Brennwert zu erhöhen. Die Hackschnitzel bezieht das Unternehmen von regionalen Landwirten, wodurch die Transportwege kurz gehalten werden.

Smartes Licht- und Beschattungskonzept

Der automatisierte Gebäudebetrieb zeichnet sich durch höchste Energieeffizienz aus: Präsenzmelder erfassen die Anwesenheit von Personen und regeln so die Klimatisierung bedarfsgerecht. Der Strombedarf für die Raumbeleuchtung wird mittels Tageslichtsensorik gering gehalten. Eine Beschattungsanlage mit Tageslichtoptimierung minimiert den Stromverbrauch für Raumbeleuchtung wie auch den Kühlenergiebedarf, da Überhitzung durch rechtzeitiges Aktivieren der Beschattung verhindert wird.

Abhängig von den Faktoren Sonnenstrahlung, Raumtemperatur und Sonnenstand wird die Beschattung automatisch gesteuert. Bei Bedarf lässt sich die Beschattung auch manuell per Schalter aktivieren. Die mit 45.000 Stunden überdurchschnittliche Leuchtdauer der gewählten Leuchtmittel (zum Vergleich: Standard-Leuchtmittel weisen einen Wert von 20.000 Stunden auf), hat einen geringen Wartungsaufwand zur Folge.

Bilanz: niedriger Energieverbrauch

Die Summe all dieser Maßnahmen führen zu niedrigem Energieverbrauch bei optimalen Raumbedingungen. Um auch weiterhin Optimierungspotenziale erkennen zu können, werden die Energieverbräuche und -kosten mittels Energiemonitoring kontrolliert.