Bestand bewahren - Zukunft bauen

04.11.2021zur Übersicht

Von Harald Föttinger, GeschĂ€ftsfĂŒhrer Peneder Business Unit Bau | Architektur

Industrie- und Gewerbebauten revitalisieren

Temperaturextreme, Hagelunwetter und andere klimatische Ereignisse zeigen: Der Klimawandel hat uns fest im Griff. Auch wir Unternehmer können und mĂŒssen unseren Beitrag leisten, diese Entwicklung zu bremsen. „Bauen im Bestand“ statt zusĂ€tzlicher Bodenversiegelung durch Neubauten sowie Energiekonzepte zur Einsparung von CO2 sind Trends, die Antworten auf diese entscheidenden Fragen der Zukunft geben können.

Die Revitalisierung von Industrie- und Gewerbebauten ist in aller Munde. Kaum ein Unternehmer kommt ĂŒber kurz oder lang darum herum, sich mit diesem Thema ernsthaft auseinander zu setzen. Einerseits wird die Ressource Boden knapp fĂŒr Betriebsneubauten. Andererseits sehen wir uns zunehmend mit Problemen durch die Bodenversiegelung und dem daraus resultierenden Entfall von VersickerungsflĂ€chen sowie Temperatureffekten konfrontiert. Die Auswirkungen sind verheerend – fĂŒr Mensch, Umwelt und Klima. Nicht zu sprechen von den vielen ungenutzten Potentialen fĂŒr bestehende Industrie- und Gewerbebauten zur Optimierung – auch abseits von Eingriffen in die Bausubstanz. Viele Objekte sind schlichtweg technisch nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ, was einen unwirtschaftlich hohen Energieverbrauch verursacht und damit letztlich auch wieder der Umwelt schadet.

Aus Alt wird Neu

Die Wahrung alter Werte der Vergangenheit eines Industrie- oder Gewerbebaus, bei gleichzeitiger Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz, verlangt nach viel FingerspitzengefĂŒhl und echter Expertise. Das Unternehmen Peneder hat es sich im Bereich Bau und Architektur zur Aufgabe gemacht, das gesamte Spektrum von Bauen im Bestand gesamtheitlich abzudecken. Mit viel Erfahrung und Know-how realisiert das Familienunternehmen aus Atzbach, Oberösterreich, Lösungen fĂŒr Kunden in SĂŒddeutschland und Österreich. Bestehende BetriebsgebĂ€ude werden revitalisiert, energetisch saniert, umgebaut und erweitert, bis hin zur Nachverdichtung von Betriebsstandorten.

Betriebsinterne Prozesse und LogistikablĂ€ufe werden optimiert; dazu gehört u.a. auch die Erstellung von Klima- und AbwĂ€rme-Konzepten zur Vermeidung sommerlicher Überhitzung in ProduktionsgebĂ€uden oder die Optimierung der Betriebskosten mittels Energiemonitoring. In der Unternehmensvision 2030 hat Peneder das Ziel CO2 neutraler Standorte und Produkte fĂŒr sich verankert. Das Unternehmen hat sich ĂŒberdies zum Ziel gesetzt, einen definierten Anteil der Betriebsleistung ĂŒber Bestandsthemen zu erwirtschaften und diese Kompetenz als gesamtheitlicher Lösungsanbieter aktiv zu vermarkten. Zahlreiche Referenzen der letzten Jahre zeugen mittlerweile von dieser Schwerpunktsetzung.

Die Politik ist gefordert

Wesentliche Aspekte in der Diskussion um Bauen im Bestand und die Revitalisierung von Industrie- und Gewerbeobjekten sind die VerfĂŒgbarkeit von brachliegenden Objekten sowie die Schaffung von Anreizen. In einer Studie auf Initiative der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria wurden beispielsweise 2020 in Zusammenarbeit mit den Gemeinden die Industrie- und Gewerbebrachen des Landes erhoben. Schnell hat sich offenbar jedoch auch herausgestellt, dass ein Gutteil dieser Brachen aus spekulativen GrĂŒnden der ImmobilieneigentĂŒmer dem Markt gar nicht zur VerfĂŒgung steht.

DarĂŒber hinaus liegen die Kosten fĂŒr Bauen im Bestand in vielen FĂ€llen höher als fĂŒr den Neubau auf der grĂŒnen Wiese. Somit ist die Motivation fĂŒr Unternehmen verstĂ€ndlicherweise oft gering in Revitalisierungsprojekte zu investieren und wirtschaftliche Betrachtungen sprechen fĂŒr einen Neubau. Die Politik ist gefordert, Anreize zu schaffen, um brachliegende Industrie- und GewerbeflĂ€chen verfĂŒgbar und Bauen im Bestand fĂŒr Unternehmen attraktiv zu machen.