Bauen im Bestand

05.12.2022zur Übersicht

Das Thema „Bauen im Bestand“ sowie die Revitalisierung und Optimierung von BetriebsstĂ€tten rĂŒckt angesichts der Verknappung der Ressource Boden fĂŒr den Betriebsneubau immer stĂ€rker in den Fokus. Auch sehen wir uns zunehmend mit Problemen durch die Bodenversiegelung und den daraus resultierenden Entfall von VersickerungsflĂ€chen sowie Temperatureffekten konfrontiert. Die Werte der Vergangenheit eines Industrie- oder Gewerbebaus zu bewahren, bei gleichzeitiger Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz, verlangt nach viel FingerspitzengefĂŒhl.

Bereits seit vielen Jahren setzt Peneder im Bereich Bau und Architektur maßgeschneiderte Lösungen fĂŒr seine Kunden um: So entstehen aus in die Jahre gekommenen Objekten wieder ebenso architektonisch ansprechende wie energie- und prozesstechnisch optimierte Industrie- und Gewerbebauten. Lesen Sie auf den nachfolgenden Seiten anhand des Projektes „Erema“ die Erfolgsgeschichte einer sukzessiven Optimierung und Nachverdichtung im Bestand.

Schrittweise Nachverdichtung einer BetriebsstÀtte bei Erema

Direkt an einer der österreichischen Hauptverkehrsadern liegt der Firmensitz von Erema Engineering Recycling Maschinen und Anlagen Ges.m.b.H. in Ansfelden. Schon seit 2006 ist der WeltmarktfĂŒhrer fĂŒr Kunststoffrecycling-Anlagen Kunde von Peneder und auch der damals entwickelte Masterplan fĂŒr mögliche Erweiterungsszenarien besitzt noch heute GĂŒltigkeit. Seither realisiert Peneder sukzessive Projekte zur FlĂ€chenoptimierung und Aufwertung des Bestandes sowie Erweiterungen, um Raum fĂŒr Wachstum zu schaffen.

#1 Die Stunde null

Vor 16 Jahren fand der erste gemeinsame Planungs-Workshop von Peneder und Erema statt. Die erste Baustufe des Masterplans beinhaltete den Neubau eines dreistöckigen, unterkellerten BĂŒrogebĂ€udes mit einer GesamtflĂ€che von 2800 mÂČ. Des Weiteren wurden ein Hochregallager und der Versandbereich mit insgesamt 2200 mÂČ ebenso wie das BĂŒro an den damaligen Bestand angebaut.

#2 Aufstockung: Hoch hinaus

In den ursprĂŒnglichen Planungen nicht vorgesehen, wurde aufgrund des stetigen Wachstums 2012 die Errichtung eines dritten und vierten Obergeschoßes erforderlich. Klassischer Stahlbeton-Bau kam aus statischer Sicht nicht in Frage. Das Peneder Team ging den unkonventionellen Weg und errichtete die Aufstockung als Stahl-Holz-Konstruktion. Die Zwischendecken wurden aus Kreuzlagenholz gefertigt, das Dach aus vorgefertigten Holzelementen. Im Zuge dieser Erweiterung wurde auch ein Erema Customer Center mit 1200 mÂČ FlĂ€che errichtet.

#3 Erweiterung mit Durchblick

Im Jahr 2020 folgte dann der nĂ€chste Schritt: Das Erema Customer Center wurde erweitert. Auf insgesamt 1400 mÂČ können Kunden seither das gesamte Maschinen-Portfolio und Kunststoffrecycling-Systeme in Aktion erleben. Um den Eingangsbereich heller und einladender zu gestalten, wurde die Mauer seitlich des Haupteingangs geöffnet. Ankommende Besucherinnen und Besucher werden nun mit einem Lichtband ĂŒber eine „Leitwand“ zum Eingang gefĂŒhrt.

#4 Kulinarischer Anbau

Im Herbst 2021 wurde schließlich die Kantine erweitert und ein Betriebsrestaurant angebaut. Bei laufendem Betrieb wurde die bestehende FlĂ€che zur Schaffung weiterer Sitzmöglichkeiten um 130 mÂČ vergrĂ¶ĂŸert. Eine extensive DachbegrĂŒnung mit niederwĂŒchsigen GrĂ€sern und Moosen komplettiert den Zubau.

#5 Schließung der BaulĂŒcke

Im April 2022 fiel mit dem Abbruch zweier BestandsgebĂ€ude der Startschuss fĂŒr das aktuelle Bauprojekt: Auf 1550 mÂČ GesamtflĂ€che entsteht derzeit ein moderner Research &Development-Neubau. Hier wird der unternehmensĂŒbergreifende Versuchsmaschinen- und Laborbereich fĂŒr Forschung und Entwicklung von Kunststoffrecycling-Technologien gebĂŒndelt, um die Kreislaufwirtschaft weiter voranzutreiben. Angrenzend an den neuen Hallenbereich werden zusĂ€tzlich 680 mÂČ BĂŒroflĂ€che in einem vierstöckigen BĂŒrogebĂ€ude fĂŒr 50 ArbeitsplĂ€tze geschaffen. Beheizt und gekĂŒhlt wird umweltfreundlich mittels WĂ€rmepumpen. Auf der gesamten

DachflÀche des Neubaus wird zudem eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 150 kWp installiert.