WISSENSWERT: Wie Grenzen im Denken erweitert werden können.

Die Impulswerkstatt begleitet Unternehmen bei Prozessen der Persönlichkeits-, Team- und Unternehmensentwicklung. Im Interview sprechen wir mit Gerald Ziegler und Petra Fellner darüber, wie Denkgrenzen erneuert und erweitert werden können.


Ist Grenzenlosigkeit der Idealzustand für Unternehmen?

In einer gewissen Weise JA! Bezogen auf Innovationsfähigkeit, Kreativität, Kundenorientierung und Veränderungsfähigkeit ist eine Verschiebung unserer (Denk)Grenzen dringend notwendig. Natürlich braucht es in jedem Unternehmen Routineprozesse, die nach einem gewohnten und bewährten Prozess ablaufen. Wir sind jedoch überzeugt, dass viele Unternehmen wesentlich erfolgreicher wären, wenn sie die Denkgrenzen der Mitarbeiter stärker herausfordern bzw. erweitern würden. Auf geistiger Ebene ist eine Grenzenlosigkeit nahezu ein Idealzustand für Unternehmen, frei nach Albert Einstein:
Wir können die Probleme nicht auf derselben Ebene lösen, auf der sie entstanden sind!“

 

 

Sie sprechen von Denkgrenzen der Mitarbeiter was meinen Sie damit?

Jeder von uns sammelt im Laufe seines Lebens Erfahrungen: von den Eltern, der Schule, der Umwelt, den Freunden, dem Partner, dem Beruf usw. Dies beeinflusst unsere inneren Haltungen, die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen und wie wir denken. Wir vergleichen dies gerne mit einem unsichtbaren Rucksack, den jeder von uns mitträgt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Trotzdem bestimmt dieser Rucksack in jedem Moment unser Denken und Handeln. Daher kann man von Denkgrenzen sprechen, die wir alle uns unbewusst auferlegt haben.

  

Wie können diese Grenzen im Denken erweitert bzw. eingerissen werden?

Der erste, ganz wesentliche Schritt ist eine Eigenreflexion jedes Einzelnen: Wo schränke ich mich mit meinen Gedanken und Handlungen selbst ein? Wie kann ich über meinen Tellerrand der eigenen Erfahrungs- und Handlungsmuster, zu einem neuen Horizont gelangen?

Dann braucht es auch eine Zeit für NICHTS wir nennen dies "Denk-pause". Also eine Zeit, in der man sich aus dem Alltag zurückzieht und entspannt, sich in eine angenehme Atmosphäre begibt und neue Inspiration entstehen lässt. In der Hektik des Alltages ist man nicht in der Lage, sich neue Denk- und Inspirationsräume zu erschließen.

Sinnvollerweise wird das in der Unternehmensführung vorgelebt und setzt sich auf allen Ebenen fort. Damit wird es zur Unternehmenskultur und Normalität.

 

Wie unterstützt die Architektur die Erweiterung der Grenzen?

Wie beflügelt und grenzenlos werden die Gedanken der Leser sein, wenn sie dieses Interview in einem Zehnquadratmeter-Büro, ohne direktes Licht lesen, oder in einem Großraumbüro mit 200 Personen, die wie Legehühner aufgereiht sitzen?

Natürlich spielt die Architektur eine wichtige Rolle! Ein Gebäude mit entsprechendem physischen Freiraum, Licht, Durchlässigkeit und Transparenz unterstützt diesen Prozess ganz wesentlich. Gerade für "Denk-pausen" sind entsprechend gestaltete Räume sehr hilfreich. Ein sehr innovatives Beispiel kann man in der Basis der Fa. Peneder in Atzbach erleben.

Wenn Architektur als Kunst gesehen wird, dann erweitert dies ebenfalls die Gedankenebene der Menschen. Kunst "ver-rückt" unsere Denkgrenzen und sollte daher stärker im betrieblichen Alltag Einzug halten.

 

Kann ein Visionsprozess die Erweiterung der gedanklichen Grenzen unterstützen?

Ja, ganz wesentlich. Wenn ein Visionsprozess gut angelegt ist, beginnt damit bereits die Infragestellung der derzeitigen gedanklichen Grenzen eines Unternehmens. Eine Zukunftsperspektive, die einen Sinn vermittelt, die mich als Mensch anspricht und erreicht, die einen Nutzen für die Gesellschaft anstrebt, die positive Emotionen hervorruft, inspiriert den Aufbruch zu einem erstrebenswerten Horizont. Von so einer Vision werden positive Energien und Schwingungen frei, die einen neuen Spirit erzeugen. Damit stellt sich nachhaltiger Erfolg ein: eben Spirit und Profit!

 

   

Das Interview wurde geführt mit Petra Fellner und Gerald Ziegler / impulswerkstatt

www.impulswerkstatt.at

 


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